Aus der Reihe
KOMMUNIKATION In unserer ersten Ausgabe erläutern wir elektrotechnische Fachbegriffe und stellen sie entsprechenden umgangssprachlichen Ausdrücken gegenüber. Damit helfen wir Ihnen, sowohl auf fachlichem Niveau mit den ausführenden als auch allgemeinverständlich mit dem Laien zu kommunizieren und zwischen beiden Sprachebenen zu vermitteln. Begriffe: 1. Zuleitung 2. Brücke 3. Aufputz- / Unterputz- / Hohlwandinstallation 4. Stromschiene 5. Leuchte 6. Lampe / Leuchtmittel 7. Fi / Fehlerstromschutzschalter / RCD 8. Sicherung(sautomat) / Leitungsschutzschalter 9. (Haupt-) / (Unter-)Verteilung 10. Kabelrinne 11. SLS-Schalter / SH-Schalter 12. Überspannungsschutz / Blitzschutz
zu 1.: Als Zuleitung wird eine Leitung bezeichnet, die einen Verbraucher direkt oder über einen Schalter mit Strom versorgt. zu 2.: Brücke wird eine Leitung genannt, die, ausgehend von einer Zuleitung, weitere Verbraucher mit Strom versorgt. Beispiel: Ein Flur wird mit 6 Leuchten beleuchtet. Die Zuleitung geht von einer Sicherung über einen Schalter zur ersten Leuchte. Von dort geht eine Brücke zur zweiten Leuchte, von dort zur dritten usw. bis zur 6. Leuchte. Voraussetzung für die korrekte Funktion ist die komplette Durchverdrahtung aller Brücken bis zum letzten Verbraucher. Fehlt zwischendurch eine Verbindung, werden alle folgenden Verbraucher stromlos. Zu beachten ist auch, dass nicht bei allen Leuchten der Anschlussraum ausreicht, um Zu- und Ableitung (Brücke) zu verdrahten. Deswegen kann es notwendig sein, den Elektriker vorab über den einzusetzenden Leuchtentyp zu informieren. zu 3.: Bei der Installation von Leitungen, Schaltern, Steckdosen, Leuchten usw. wird unterschieden in Aufputzinstallation, also einer nicht in der Wand oder Decke versenkten Montage, Unterputzinstallation mit in die Wand/Decke eingelassenen Leitungen und Geräten und als Sonderform der Hohlwandinstallation, bei welcher Leitungen hinter der Beplankung und Geräte (Schalter, Steckdosen, Verteiler, Leuchten) in der Beplankung einer Hohlwand eingelassen werden. Bei dieser Installation müssen einige Einschränkungen und Vorschriften beachtet werden. Auch bei der Terminplanung ist Sorgfalt geboten, weil die richtige Reihenfolge der Arbeiten eingehalten werden muss (ein Fachartikel zur Problemen der Zeitplanung elektrischer Installationen folgt). |
zu 4.: Für flexible Beleuchtungskonzepte empfiehlt sich häufig der Einsatz von Stromschienensystemen. Diese gibt es als Einphasen- und Dreiphasenschienen. Für beide Systeme sind praktisch alle Arten von Leuchten erhältlich, sowie Adapter, mit welchen (nicht nur) Leuchten an das System angepasst werden können. Darüber hinaus gibt es Steckdosen, über welche beispielsweise saisontypische Fensterdekorationen oder Leuchtschilder angeschlossen werden können. Mit Dreiphasenschienen können die angeschlossenen Verbraucher in drei Gruppen geschaltet werden. Noch flexibler kann mit Schaltsystemen gearbeitet werden, die mit Datentelegrammen über die Zuleitung gesteuert werden. zu 5.: Die Leuchten werden umgangssprachlich meist Lampe genannt. Diese Bezeichnung ist jedoch nicht korrekt, die fachlich richtige Bezeichnung ist Leuchte. zu 6.: Die Lampe wird in eine Leuchte eingesetzt und bezeichnet das lichtabgebende Element. Um Missverständnissen vorzubeugen, wird es fachsprachlich oft auch als Leuchtmittel bezeichnet. zu 7.: Häufig hört man von Laien die Aussage: „ Die Hauptsicherung ist aus“. Dabei meinen sie in den allermeisten Fällen den Fehlerstromschutzschalter, kurz auch Fi-Schalter oder RCD (von engl. residual current protective device) genannt. Dieser löst aus, wenn ein Fehlerstrom z. B. über eine Person abfließt, statt über den Neutralleiter. Er dient also dem Personenschutz und schützt nicht die Leitung vor Überlastung. zu 8.: Die Sicherung, heute meist als Leitungsschutzschalter ausgeführt, schaltet den Strom ab, wenn eine Überlastung der Stromleitung droht. Das ist der Fall, wenn entweder über längere Zeit ein Strom fließt, der geringfügig höher als erlaubt ist, oder aber, z. B. bei Kurzschluss, plötzlich ein wesentlich zu hoher Strom. zu 9.: Oft „Sicherungskasten“ genannt, handelt es sich fachsprachlich um eine Verteilung bzw. Unterverteilung. Als Unterverteilung werden in hierarchisch aufgebauten Stromverteilungssystemen die der Hauptverteilung nachgeordneten Verteilungen genannt. zu 10.: In größeren, oft industriellen Anlagen, aber auch in Kellern größerer Wohn- oder Geschäftshäuser, werden elektrische Leitungen häufig über Kabelrinnen geführt. Dabei handelt es sich um Wannen, meist aus gelochtem verzinkten Stahl, welche mit Tragelementen an Wand oder Decke befestigt werden. zu 11.: SLS-Schalter steht für „selektiver Leitungsschutzschalter“. Er ersetzt die bisher üblichen, als Schmelzsicherung ausgeführten Vorsicherungen. Da er verzögert abschaltet, ist die Selektivität zu nachgeschalteten Sicherungen / Leitungsschutzschaltern gewährleistet. zu 12.: Überspannungen können durch verschiedene Einflüsse entstehen und gefährden besonders elektronische Geräte. Durch den verstärkten Einsatz von Mikrokontrollern in allen möglichen Geräten sind somit nicht nur Computer und Geräte der Unterhaltungsindustrie, sondern auch die sogenannte weiße Ware, also Kühl- und Gefriergeräte, Wasch- und Spülmaschinen, Wäschetrockner, Herde, Mikrowellengeräte, Küchenmaschinen usw. betroffen. Eine wesentliche Ursache für Überspannungen stellen Blitzeinschläge dar, wobei Überspannungen auch beim Einschlag in die Blitzableiter des Gebäudes (äußerer Blitzschutz) oder in weiter entfernte Stromleitungen entstehen. Deswegen gehört der Überspannungsschutz als innerer Blitzschutz zwingend zu einer Blitzschutzanlage. Der Artikel "Crashkurs Elektrofachsprache/ Teil 1" in der Reihe "Kommunikation zwischen ausführenden Gewerken" in dieser Ausgabe von Architéktos unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels "Crashkurs Elektrofachsprache/ Teil 1" ist Gereon Schneider. |
